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Notar- und Grundbuchkosten richtig kalkulieren

Notargebühren und Grundbuchkosten hängen vom Kaufpreis ab. Erfahren Sie, wie die Gebührenordnung funktioniert und welche Kosten Sie einplanen müssen.

8 Min Anfänger März 2026
Immobilienmakler zeigt Hausschlüssel und Unterlagen an Kunden bei Notartermin

Warum Notarkosten oft unterschätzt werden

Beim Hauskauf fallen Notarkosten und Grundbuchkosten an — und viele Käufer vergessen, diese richtig einzuplanen. Es’s nicht nur ein kleiner Betrag. Die Gebühren orientieren sich nach dem Kaufpreis und folgen einer festen Gebührenordnung. Das bedeutet: je höher die Immobilie kostet, desto mehr müssen Sie zahlen.

Die gute Nachricht? Mit ein bisschen Grundwissen können Sie die Kosten genau berechnen, bevor Sie ein Angebot machen. So gibt’s keine bösen Überraschungen später. Wir zeigen Ihnen, wie die Gebührenordnung funktioniert und wie Sie realistisch kalkulieren.

Notar arbeitet mit Dokumenten und Taschenrechner auf dem Schreibtisch

Die Gebührenordnung: So funktioniert die Berechnung

Notargebühren sind nicht willkürlich. Sie folgen der Gebührenordnung für Notare (GNotKG). Diese Gebührenordnung ist bundesweit einheitlich. Das heißt: Ein Notar in München berechnet genauso wie ein Notar in Berlin — proportional zum Kaufpreis.

Die Gebühren basieren auf dem sogenannten „Geschäftswert” — in diesem Fall der Kaufpreis. Für eine 300.000-Euro-Immobilie zahlen Sie deutlich weniger als für eine 600.000-Euro-Immobilie. Das ist das Gerechte daran: höherer Wert = höhere Gebühr.

Die Notargebühren beinhalten nicht nur das Beglaubigen des Kaufvertrags. Dazu gehört auch die Durchsicht der Unterlagen, die Beratung, die Überwachung von Kauf und Zahlung. Das ist ein kompletter Service. Plus: Der Notar kümmert sich um die Grundbucheinträge.

Detaillierte Gebührentabelle mit Kaufpreisen und entsprechenden Notargebühren
Taschenrechner neben Immobiliendokumenten zeigt Kostenberechnung

Konkrete Beispiele: So viel kostet es wirklich

Nehmen wir ein praktisches Beispiel. Sie kaufen eine Immobilie für 250.000 Euro. Die Notargebühren liegen dann bei etwa 800 bis 900 Euro. Klingt nicht schlecht, oder? Aber Achtung: Das ist nur der Notar. Dazu kommen noch die Grundbuchkosten.

Bei 250.000 Euro Kaufpreis: Notargebühr ca. 800 Euro + Grundbuchkosten ca. 300–400 Euro = etwa 1.100–1.200 Euro zusammen

Bei 400.000 Euro steigen die Notargebühren auf etwa 1.200 Euro, die Grundbuchkosten auf rund 400–500 Euro. Das macht zusammen 1.600–1.700 Euro. Je höher der Kaufpreis, desto höher auch die Gebühren. Deshalb: Beim Budgetieren nicht vergessen!

Grundbuchkosten: Der oft vergessene Posten

Viele Käufer denken: Notar zahlen, fertig. Aber es gibt noch die Grundbuchkosten. Die Grundbuchämter berechnen Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch. Wenn Sie Eigentümer werden, muss das offiziell festgehalten werden — und dafür zahlen Sie.

Die Grundbuchkosten sind normalerweise günstiger als die Notargebühren. Sie liegen bei etwa 0,1 bis 0,15 Prozent des Kaufpreises. Bei 300.000 Euro also etwa 300–450 Euro. Das klingt moderat, aber rechnen Sie es in Ihre Gesamtkalkulation ein!

Noch etwas: Die Grundbuchkosten fallen auch an, wenn Sie einen Hypothekeneintrag brauchen. Dann kommt nochmal ein ähnlicher Betrag dazu. Also: Wenn Sie mit Bankkredit kaufen, müssen Sie mit noch mehr rechnen.

Grundbuchamt-Gebäude mit Eingangsbereich, professionelle Architektur

Checkliste: So kalkulieren Sie richtig

Damit’s beim Hauskauf keine Überraschungen gibt, nehmen Sie diese Punkte mit in Ihre Planung:

Kaufpreis kennen

Der Kaufpreis ist die Grundlage. Je genauer Sie den Preis kennen, desto präziser können Sie die Gebühren berechnen. Nutzen Sie die Gebührentabellen des Notars oder rechnen Sie mit 1,0–1,5 Prozent des Kaufpreises für Notar und Grundbuch zusammen.

Alle Kosten zusammenzählen

Notargebühren + Grundbuchkosten + eventuell Hypothekeneintrag. Das ist nicht alles. Dazu kommen auch noch die Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 Prozent je nach Bundesland). Addieren Sie wirklich alle Posten.

Beim Notar nachfragen

Rufen Sie den Notar an, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. Sagen Sie den Kaufpreis und fragen Sie nach den genauen Gebühren. Das’s kostenlos und Sie wissen, woran Sie sind. Manche Notare geben auch schriftliche Kostenvoranschläge.

Puffer einplanen

Planen Sie etwa 2–3 Prozent des Kaufpreises für alle Nebenkosten ein. Das gibt Ihnen Luft, falls noch etwas dazukommt. Bei 300.000 Euro sind das 6.000–9.000 Euro. Nicht verkehrt als Sicherheitspuffer.

Bundesland beachten

Die Grunderwerbsteuer ist bundeslandabhängig. Berlin hat 3,5 Prozent, Bayern 3,5 Prozent, Nordrhein-Westfalen 6,5 Prozent. Das macht einen großen Unterschied. Berechnen Sie das vorher mit ein.

Eigenkapital richtig kalkulieren

Vergessen Sie nicht: Notarkosten müssen oft vorab bezahlt werden. Das kommt aus Ihrem Eigenkapital. Wenn Sie 20 Prozent Eigenkapital einplanen, zählen Sie die Nebenkosten mit dazu. Sie brauchen also mehr als 20 Prozent des reinen Kaufpreises.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Notarkosten verhandeln?

Nein, leider nicht. Die Notargebühren sind gesetzlich festgelegt in der Gebührenordnung. Der Notar darf nicht unter- oder obenanbieten. Die Gebühren sind einheitlich — das schützt Sie und den Notar gleichermaßen.

Wer zahlt die Notarkosten — Käufer oder Verkäufer?

Das ist Verhandlungssache. Oft zahlt der Käufer die Notargebühren komplett. Manchmal teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten. Das sollte im Kaufvertrag festgehalten werden, bevor der Notar die Gebühren festsetzt.

Sind Notarkosten als Kaufnebenkosten absetzbar?

Wenn Sie die Immobilie als Kapitalanlage kaufen, ja. Dann zählen die Notarkosten zu den Anschaffungsnebenkosten und erhöhen die Anschaffungskosten. Als Privatwohnung — nein, die können Sie nicht absetzen.

Wie lange dauert die Grundbucheintragung?

Das dauert normalerweise 4–8 Wochen nach dem Notartermin. Der Notar reicht die Unterlagen beim Grundbuchamt ein. Dann prüft das Amt und trägt Sie als Eigentümer ein. Bis dahin sind Sie formal noch nicht im Grundbuch eingetragen, obwohl Sie schon Eigentümer sind.

Kann ich einen anderen Notar wählen?

Ja, absolut. Sie können jeden Notar in Deutschland wählen. Es muss nicht der Notar des Verkäufers sein. Allerdings: Die Gebühren sind überall gleich, also macht es keinen preislichen Unterschied. Wählen Sie einen Notar, dem Sie vertrauen.

Fazit: Mit Wissen kauft sich’s besser

Notarkosten und Grundbuchkosten sind keine versteckten Gebühren — sie folgen einer klaren Gebührenordnung. Wenn Sie den Kaufpreis kennen, können Sie die Kosten ziemlich genau berechnen. 1,0–1,5 Prozent des Kaufpreises für Notar und Grundbuch zusammen ist eine gute Faustregel.

Das Wichtigste: Planen Sie die Nebenkosten von Anfang an mit ein. Sprechen Sie mit einem Notar, bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben. So gibt’s keine bösen Überraschungen, und Sie kaufen die Immobilie mit offenen Augen.

Dazu gehört auch die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ist. Und wenn Sie mit Bankkredit kaufen, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für die Hypothekeneintragung rechnen. Aber mit dieser Checkliste schaffen Sie das.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zu Notarkosten und Grundbuchkosten. Die Gebührenordnung ist bundesweit einheitlich, aber die genauen Kosten hängen vom Einzelfall ab. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland. Für konkrete Auskünfte zu Ihrem persönlichen Fall sollten Sie einen Notar oder Steuerberater konsultieren. Die Informationen ersetzen keine rechtsverbindliche Beratung.